Nickenich V und Talentschmiede II gemeinsam Meister mit gleichen Mannschafts- und Brettpunkten

Ochtendung. Die letzte Runde der B-Klasse im Schach-Bezirk Rhein-Ahr-Mosel (SBRAM) wurde mit einer gemeinsamen Schlussrunde in Ochtendung ausgetragen. Dabei startete der Tabellenführer – die Mannschaft der Talentschmiede – zunächst sehr schlecht, denn an den Brettern 2 und 3 verloren Robert Kaufmann und Ben Klatt gegen ihre gut aufgelegten Kontrahenten glatt zum Stand von 0:2.

Eine Niederlage hätte ein sofortiges Aus im Meisterschaftsrennen gegen den Verfolger Nickenich bedeutet. So lag es jetzt an den beiden verbliebenen Spielern an Brett 1 und 4 Jonas Naumann und Fjodor Jung, durch 2 Siege zumindest eine Chance auf den Titel offenzuhalten.

Zunächst zeigte Fjodor, warum er in diesem Jahr als sicherer Punktelieferant gilt. Er löste eine verzwickte Stellung mit viel Materialgewinn so geschickt auf, dass sein Gegenüber nach wenigen weiteren Zügen aufgab.

Bei Jonas durchlief man – übrigens wie bei der gesamten Schlussrunde – ein Auf-und-Ab, denn zunächst erspielte er sich einen leichten Vorteil mit einem Bauerngewinn; kurz darauf musste er durch eine Unachtsamkeit einen Läuferverlust beklagen, um danach mittels eines vergifteten Bauers und einer Springergabel sich diesen Läufer wieder zu erkämpfen. Damit war der 2. wichtige Punkt für die Talentschmiede erkämpft und das Remis zum 2:2 gesichert.

Ob es aber zur Meisterschaft reichte, wurde am Nachbartisch erspielt mit Nickenich gegen Remagen-Sinzig. Ein Herzschlagfinale, denn beim Stande von 2:1 für Nickenich entschied die letzte laufende Partie über die Meisterschaft.

Ein weiterer Sieg hätte für Nickenich den alleinigen Titel bedeutet, eine Niederlage den alleinigen Titel für SC TS Ahrtal. Remagen-Sinzig lag im Endspiel zunächst mit 2 Mehrbauern im Vorteil, konnte aber diese Mehrbauern nicht nutzen, sodass man sich auf ein gerechtes Remis einigte.

Dies führt dazu, dass das Spiel mit 2,5:1,5 Punkten für Nickenich gewonnen wurde und somit die Mannschaften von der Talentschmiede Ahrtal und Nickenich gemeinsam die gleichen Mannschafts- und Brettpunkte haben und letztendlich gemeinsam Meister dieser Runde sind.

Talentschmiede Ahrtal blickt auf erfolgreiches Vereinsjahr zurück

Kreis Ahrweiler. Kurz vor dem Abschluss der laufenden Saison hielt der Schachclub Talentschmiede Ahrtal seine diesjährige Mitgliederversammlung ab.

Dabei wurde deutlich:

Der Verein kann auf ein rundum erfolgreiches Jahr mit sportlichen Erfolgen, wachsender Mitgliederzahl und einem lebendigen Vereinsleben zurückblicken.

Der Vorsitzende Dr. Robert Kaufmann erinnerte an zahlreiche Höhepunkte der vergangenen Monate. Dazu zählten das Geburtstagssimultan mit Großmeister Luis Engel, das traditionsreiche Allerheiligen-Schnellschachturnier mit erneut guter Resonanz sowie die stimmungsvolle Weihnachtsfeier. Auch intern war einiges geboten: Der Vereinspokal läuft derzeit auf die entscheidende Phase zu, im kommenden Jahr soll zudem wieder eine Vereinsmeisterschaft ausgetragen werden. Besonders erfreulich ist der Mitgliederzuwachs, vor allem bei Kindern und Jugendlichen.

Sportlich wusste der Verein zu überzeugen. Trainer Thorsten Kammer freute sich, dass die 1. Mannschaft in der Rheinlandliga erneut die Vizemeisterschaft erreichte und sich punktemäßig nochmals gegenüber dem Vorjahr steigerte. Julian Köhler und Jürgen Kaster wurden jeweils Brettmeister. Dass über die gesamte Saison hinweg immer eine vollständige Mannschaft antreten konnte, war zudem ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Spannung herrscht noch bei der 2. Mannschaft, die im letzten Saisonspiel um den Aufstieg in die A-Klasse kämpft. Mit einem Sieg könnte der nächste sportliche Erfolg perfekt gemacht werden.

In der Jugend sammelten zahlreiche Kinder und Jugendliche bei Turnieren wertvolle Wettkampferfahrung und erzielten gute Ergebnisse. Julian Köhler qualifizierte sich etwa für die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften im Blitzschach. Das Trainingsangebot wird inzwischen von drei Trainern getragen und richtet sich an verschiedenste Spielstärken.

Mit Vorfreude blickt der Verein bereits auf das nächste Highlight: Am 26. Juli findet das diesjährige Geburtstagssimultan mit Großmeister Michael Prusikin statt. Bereits am Vorabend ist ein gemeinsamer Restaurantbesuch geplant.

Interessierte sind jederzeit willkommen: Montags um 19 Uhr findet das Online-Training statt. Freitags beginnt ab 17 Uhr das Kindertraining im Bürgerhaus Heppingen, ab 18 Uhr folgen Jugendlichen- und Erwachsenentraining sowie der offene Spielabend.

Mehr Infos auf: sc-ts-ahrtal.de.

Julian Köhler qualifiziert sich für die Rheinland-Pfalz Meisterschaft

Andernach. Am Karfreitag wurde traditionell die Blitzschachmeisterschaft des Schachverbandes Rheinland ausgetragen. Bei diesem Format stehen jedem Spieler nur 5 Minuten für die komplette Partie zur Verfügung, was den Namen Blitzschach erklärt. Neben einigen Titelträgern und Bundesligaspielern fanden sich mit Julian Köhler und Thorsten Kammer auch zwei Spieler des Schachclubs Talentschmiede aus dem Ahrtal ein. „Hoffnungen auf den Titel müssen wir uns nicht machen, aber ein einstelliger Tabellenplatz, sollte schon rauskommen“ legte der Vorsitzende des Schachclubs Dr. Robert Kaufmann, der als Kiebitz vor Ort in Andernach war, die Messlatte schon recht hoch.

Etwas Pech hatten die Ahrtaler bei der Auslosung der Vorrunde, denn sie waren gemeinsam mit dem Abomeister und amtierenden Titelträger Dr. Bohn in einer Gruppe. Da nur die ersten beiden sich für die erste Hauptrunde, die um den Titel spielte, qualifizierten war eigentlich nur die Frage, wer es von den Ahrtaler schaffen würde. Das mit Spannung erwartete Duell war allerdings eine klare Angelegenheit für Julian Köhler, der damit um den Titel kämpfen konnte. Für Spielertrainer Thorsten Kammer, Dritter der Vorrunde, blieb damit leider „nur“ die Gruppe 2.

In dieser enttäuschte er als Mitfavorit nicht und wurde mit einem guten Ergebnis wiederum Dritter von 16. „Das war schon in Ordnung“ kommentierte Kammer sein Abschneiden. „Beim Blitzschach kommt es auch immer ein wenig auf die Nuancen an. Da muss man auch Mal das Glück haben, dass dem Gegner kurz vor einem Matt die Zeit ausgeht. Das gleicht dann das Pech, dass man eine Figur eingestellt hat, aus.“

In der Meisterrunde wuchs Julian Köhler, auch wenn er keinen Titelträger schlagen konnte, über sich hinaus. In einem sehr starken Feld konnte er sich mit einem positiven Score behaupten und einen überragenden 5. Platz mit zwei weiteren Konkurrenten erspielen. „Das Julian gerade in den schnelleren Disziplinen stark spielt, wusste ich aus leidvoller Erfahrung, aber dass er so auftrumpft, hatte ich nicht erwartet. Da konnte ich meine Vorrundenniederlage sehr gut ertragen“, so der glückliche Trainer Kammer. Mit diesem Ergebnis hat sich Julian für die Rheinland-Pfalz- Meisterschaften, die vermutlich im Sommer ausgetragen werden qualifiziert. „Damit hat die Talentschmiede ihrem Namen wieder einmal Ehre gemacht“ freute sich Dr. Kaufmann und mit einem Schmunzeln merkte er an „die beiden können gut mit Druck umgehen“.

Das schachliche Wissen und Spiel wird wieder am Freitag ab 17:00 Uhr im Bürgerhaus Heppingen vertieft.

Talentschmiede II weiterhin Spitzenreiter

Kreis Ahrweiler. Die Spitzenkämpfe in der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel fanden am Wochenende in Ochtendung statt.

Während es die zweite Mannschaft der Ahrteiler mit der dritten Mannschaft der Ochtendunger zu tun bekam, spielte zeitgleich der Tabellenzweite aus Nickenich gegen die vierte Mannschaft des Gastgebers nebenan.

Die Ahrtaler waren mit Jonas Naumann und Timo Schröder an den vorderen beiden Bretten favorisiert, Ben Klatt und Fjodor Jung wurden aber, gerade aufgrund der letzten sehr guten Ergebnisse durchaus Chancen eingeräumt.

Nach zwei Stunden war noch keine Partie entschieden, denn an allen Brettern wurde hart gerungen. Das erste Ergebnis lieferte Fjodor, der eine Kombination von Paul Rinke übersah und eine Figur verlor. Damit brach sein Widerstand und Ochtendung ging in Führung. „Schade“, kommentierte Trainer Thorsten Kammer, der diesmal als Mannschaftsführer eingesprungen war, „aber da war zwischendurch mehr drin. Zum Glück hat Timo fast zeitgleich ausgeglichen“.

Timo spielte gegen die Nachwuchshoffnung Nadir Üstüntas, der durch sein taktisches Geschick schon für die ein oder andere Sensation gesorgt hat. Die Marschroute war einfach, möglichst eine geschlossene Stellung zu erreichen, um den Gegner positionell zu überspielen. „Das war eine Meisterleistung“, war auch die einhellige Meinung der Mitspieler, „Timo hat seinen Gegner ohne taktische Verwicklungen einfach überspielt“. Erst als keine Gegenchance mehr vorhanden war, ging er zum entscheidenden Mattangriff über.

Jonas Naumann am Spitzenbrett spielte gegen die Jugendliche Ella Reuber, die derzeit in bestechender Form ist. Nach zweischneidiger Eröffnung, Jonas hatte einen Bauern weniger, aber dafür aktive Figuren, neigte sich die Waagschale klar zu Gunsten des Ahrtalers. Gleich mehrere Bauern machten sich auf den Weg zur gegnerischen Grundreihe. Allerdings zeigte die amtierende Rheinlandmeisterin, dass sie nicht gewillt war, sich so einfach in ihr Schicksal zu fügen. Sie verteidigte sich zäh und als Jonas in Zeitnot kam, wirkte es für einen Moment, als könnte sie das Ruder herumreißen. Aber dann griff auch sie fehl und Jonas konnte durch eine schöne Kombination wieder die Oberhand gewinnen. Das entstandene Endspiel gewann er sicher.

Die längste Partie des Tages spielte Ben Klatt. Nachdem die Eröffnung von beiden Seiten unorthodox behandelt wurde, konnte sich im Mittelspiel keine der beiden Seiten einen klaren Vorteil erspielen. So mündete das Spiel in einem leistungsgerechten Remis, wodurch der Mannschaftssieg für die Talentschmiede feststand.

„Das war ein spannender Kampf“ waren sich die beiden zweiten Vorsitzenden der Vereine Markus Höblich und Thorsten Kammer einig.

Talentschmiede hält Anschluss an die Tabellenspitze

Kreis Ahrweiler. Der Schachclub Talentschmiede Ahrtal ist gut ins neue Jahr gestartet, im Nachbarschaftsduell bei den Schachfreunden aus Nickenich gelang in der Rheinlandliga ein Auswärtssieg.

„Das hat richtig Spaß gemacht“, fasste Luca Häusler das Geschehen zusammen, „tolle Organisation der Nickenicher, Liveübertragung im Internet und ein hoher Sieg, besser geht es kaum“.

Während die Heimmannschaft beinahe in Bestbesetzung antrat, musste die Talentschmiede auf zwei Spieler der zweiten Mannschaft zurückgreifen.

Obwohl beide Ahrtaler Außenseiter waren, gewannen sowohl der Vereinsvorsitzende Dr. Robert Kaufmann als auch Ben Klatt ihre Partie. Kaufmann brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Front. Die Opfer seines jungen Gegners nahm er mutig an und hatte schnell dessen Initiative entschärft. Das Mehrmaterial verwertete er sicher. Ben stand zwischenzeitlich bedenklich, verteidigte sich jedoch zäh und nutzte die erste Chance zum Gegenangriff. Dieser führte zu einem gewonnenen Endspiel, welches sein routinierter Gegner trotz trickreicher Gegenwehr nicht mehr halten konnte. Zuvor hatte Roman Windscheif mit den schwarzen Steinen sicher ein Remis beigesteuert, während Helmut Bürger sogar den zwischenzeitlichen Ausgleich der Nickenicher zulassen musste. In einer scharfen Variante hatte er sich schnell eine Gewinnstellung aufgebaut, um diese dann durch einen Blackout zu verlieren. Zum Glück brachte Julian Köhler am zweiten Brett die Talentschmiede zeitnah wieder in Front. Den konsequenten Mattangriff konnte sein Gegner nur unter großen Materialverlusten abwehren, um dann ebenfalls in einem verlorenen Endspiel zu landen. Thorsten Kammer am vierten Brett lehnte das Remisangebot seines Gegners ab und knetete diesen so lange, bis er aus einem minimal besseren Läuferendspiel ein gewonnenes machen konnte. Ein falscher Zug und die Umwandlung eines Bauern war nicht mehr zu verhindern. Tobias Naumann am fünften Brett war nicht wirklich gut aus der Eröffnung gekommen, aber er verkomplizierte die Stellung so geschickt, dass er erst ausgleichen und dann den einzigen schweren Fehler seines Gegners nutzen konnte, um einen Bauern in eine Dame umzuwandeln und mit dieser Matt zu setzen. Luca Häusler zeigte am Spitzenbrett, wie man einen Gegner erst einschnürt, zum Angriff übergeht und dann Material gewinnt. „Im Moment ist Luca einfach eine Bank“, freute sich Trainer Thorsten Kammer, der sich allmählich mit dem Gedanken anfreunden muss, dass Luca ihn in der internen Rangliste als Nummer 1 überholt.

Mit diesem 6,5 zu 1,5 Auswärtssieg bleibt der Blick der Ahrtaler nach oben gerichtet. Als Tabellendritter hat man nur einen Mannschaftspunkt weniger als der Titelfavorit Reil-Kinheim. In der nächsten Runde trifft die Talentschmiede auf den SC Kettig, der vor zwei Jahren noch zwei Ligen über den Ahrtalern aktiv war, also keine leichte Aufgabe.

21. Ahrtaler Schnellschach-Open

55 Teilnehmer beim 21. Ahrtaler Schnellschach-Open 2025

Das Schnellschachturnier mit Spielern aus nah und fern wurde bereits zum 21. Mal ausgetragen. Gab es im letzten Jahr mit knapp 80 Mitspielern im Bürgerhaus in Heppingen einen Teilnehmerrekord, pendelte sich mit 53 Teilnehmern die Zahl der Spieler diesmal wieder auf früherem Niveau ein. Dafür war die Spielstärke außerordentlich hoch. Allein 6 Titelträger, vom Fidemeister (FM) bis zum Großmeister (GM), gingen an den Start. Heißer Anwärter auf den Turniersieg war GM Igor Glek (Rotation Pankow), vor einigen Jahren noch Nummer 12 der Weltrangliste. Auch der Internationale Meister (IM) Yuri Boidman vom Bundesligisten SC Heimbach-Weis/Neuwied war zum wiederholten Mal unter den Titelaspiranten.

In der ersten von neun Runden erspielten sich die stärkeren Spieler einen ersten Vorsprung, wobei die „obere Turnierhälfte“ auslosungsbedingt gegen die „untere Turnierhälfte“ spielte und in allen Partien punktete. In der zweiten Runde war es lediglich FM Tim Ronge (Heimbach-Weis/Neuwied) , der einen ersten Punkt einbüßte. In der dritten Runde hatte IM Boidman gegen GM Glek ein Gewinnstellung herausgespielt, die er aber in Zeitnot zum Remis verdarb. Während beide in der Folge Schwächen zeigten und weiter zurückfielen, hatte nach 6 Runden nur noch der Vorjahreszweite Isaac Garner (Hamburger SK) eine weiße Weste. FM Michael Schenderowitsch (TSV Schott Mainz) konnte in Runde 7 zwar ein Remis gegen Garner erspielen, aber nicht weiter zur Spitze aufschließen. Isaac Garner verteidigte seine Tabellenführung unangefochten und sicherte sich nach sieben Stunden Spielzeit mit 8:1 Punkten den Gesamtsieg, gefolgt von den sechs Titelträgern. Weitere Sonderpreise gewannen Hans Lotzien (Godesberg, Senioren), Christina Marx (Kettig, Damen), David Meuer (Mainz, Jugend) und Archid Goel (Marburg, Kinderpreis). Die Ratingpreise gingen an Waldemar Schmidt (Heimbach-Weis/Neuwied), Markus Höblich und Armin Herhaus (beide Ochtendung).

Das Bürgerhaus in Heppingen bot auch in diesem Jahr wieder optimale Spielbedingungen, die von den Teilnehmern besonders hervorgehoben wurden und schon die Vorfreude auf die 22. Ausgabe des Ahrtaler-Schnellschach-Opens aufkommen lassen.

Abschlusstabelle und Fotos auf der Webseite der SC TS Ahrtal

Doppel-Heimspiel des SC TS Ahrtal

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am Folgetag der Schnellschach-Open mussten beide Ahrtaler Mannschaften zu ihren Meisterschaftsspielen zuhause antreten. Der Vortag zehrte noch an den meisten Spielern, so dass es nicht sicher war, ob die Mannschaften ihr Potenzial abrufen konnten. Die erste Garnitur hatte es in der Rheinlandliga mit der IGS Trier zu tun, gegen die man im letzten Jahr bereits einen klaren Sieg feiern konnte. Auch diesmal standen am Anfang die Zeichen auf Sieg, konnten doch die Tierer Gäste nur mit 7 statt 8 Spielern anreisen. Davon profitierte Julian Köhler, der dadurch kampflos gewann. Als Erster konnte Christian Wolf an Brett 6 einen Sieg vermelden. Helmut Bürger und Timo Schröder erhöhten mit zwei Unentschieden auf 3:1. An Brett 5 sicherte Jürgen Kaster mit einem weiteren Sieg den vierten Punkt. Während Luca Häusler an Brett 1 in eine Verluststellung geriet, sah sich Thorsten Kammer auf der Siegerstraße. Als dann beide aber je einen halben Punkt beisteuerten, stand der Gesamtsieg mit 5:3 fest. Die Talentschmiede belegt damit mit 5:1 Mannschaftspunkten den dritten Platz in der Rheinlandliga.

Noch besser steht die zweite Mannschaft da, die nach ihrem 3:1-Sieg gegen Cochem mit 6:0 unangefochten Platz 1 in der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel belegt. Zunächst dominierte Ben Klatt sein Gegenüber und fuhr nach zirka 1,5 Stunden das 1:0 ein. Ihm folgten Robert Kaufmann, der – wie vor kurzem von Trainer Thorsten Kammer im Training aufgezeigt – einen Angriff auf einen hängenden Bauern durchführte, wodurch die Verteidigung seines Gegners aufgebrochen wurde. Kurze Zeit später gab dieser auf und der zweite Punkt war gesichert. Das Jungtalent Fjodor Jung sah sich einem erfahrenen Kontrahenten gegenüber und musste sich nach einem Damenverlust geschlagen geben. Jetzt lag es am Mannschaftskapitän Ralf Oehrle mindestens einen halben Punkt zum Sieg zu holen. Obwohl sein Gegner die Konzentration von Oehrle durch inkorrektes Spiel, wie z. B. 2 Züge hintereinander, störte, ließ sich der Mannschaftsführer nicht beirren und stellte mit seinem Sieg den Endstand von 3:1 her.

Schachclub TS Ahrtal entführt ersatzgeschwächt Punkt in Reil

Talentschmiede überrascht beim Titelfavoriten

Kreis Ahrweiler. In der zweiten Runde der Rheinlandliga stand das Auswärtsspiel bei der erstarkten SG Reil-Kinheim an. Mit einem Deutsche-Wertungszahl-Durchschnitt von über 1.900 ist sie klarer Favorit auf den Titel und würde auch eine Spielklasse höher eine gute Figur abgeben.

Die SG hatte wie die Talentschmiede ihr Auftaktmatch gewonnen und trat in Bestbesetzung an, während die Ahrtaler mit vier Ersatzspielern der 2. Mannschaft die Bretter 5 – 8 besetzen mussten.

Insbesondere an den hinteren Brettern waren die Spieler aus Bad Neuenahr von der Papierform her hoffnungslos unterlegen. Laut Statistik hätten die unteren vier Bretter insgesamt nicht einmal einen halben Punkt holen dürfen. Doch auch im Schach müssen die Spiele erst einmal gespielt und gewonnen werden.

Es dauerte lange, bis die erste Entscheidung gefallen war. Ralf Oehrle an Brett 7 kam mit den weißen Steinen gut aus der Eröffnung und setzte seinen Gegner gehörig unter Druck, allerdings lief er in einen starken Konter, der die Dame gekostet hätte, so dass er direkt aufgab. Dann gab es einige freudige Überraschungen, Dr. Robert Kaufmann schien im Angriffswirbel seines Kontrahenten unterzugehen, aber umsichtig initiierte er erst seine Verteidigung, um dann im Gegenangriff mit einem Dauerschach das Remis zu sichern. Kleiner Wermutstropfen er hat kurz vor dem Dauerschach eine Gewinnmöglichkeit ausgelassen.

Ben Klatt an Brett 8 spielte eine solide Partie, bei der er einmal einen bangen Moment zu überstehen hatte, aber schlussendlich einen wertvollen halben Punkt ergattern konnte. Konrad Langner hatte es mit dem Spitzenbrett der SG aus der Vorsaison zu tun. Er verwickelt das Spiel so gut, dass sein Gegner in unklarer Stellung Remis anbot, was der Ahrtaler Ersatzspieler annahm.

Dann verlor Tobias Naumann an Brett vier durch eine sehenswerte Mattkombination seines Gegners. Damit wird klar, dass an den ersten drei Brettern 2,5 Punkte geholt werden mussten, um ein Unentschieden zu erreichen. Während Altmeister Jürgen Kaster am dritten Brett sich früh eine leicht bessere Stellung erspielte, stand Thorsten Kammer an Brett 2 mit dem Rücken an der Wand und Luca Häusler am Spitzenbrett befand sich in einer unklaren Stellung. Doch dann entwickelte sich alles recht schnell zu Gunsten der Ahrtaler. Luca Häusler nutzte seine Angriffsmöglichkeiten und zwang seinen Gegner zur Aufgabe. Thorsten Kammers Gegner konnte die Verteidigung nicht brechen und rannte in ein Dauerschach. Jürgen Kaster wandelte seinen letzten Bauern nach beinahe fünf Stunden Kampf in eine Dame um und nahm kurz darauf die Aufgabe seines Gegner entgegen. Das überraschende Unentschieden war zur Freude aller Ahrtaler-Spieler erreicht.

Das Nachwuchstalent des Schachclubs Talentschmiede Ahrtal holt sich den Titel des Bezirksmeisters

Kreis Ahrweiler. Julian Köhler, seines Zeichens amtierender Rheinlandmeister der U18, ist richtig gut in die Saison gestartet. Für den angehenden Abiturienten deutete sich das diesmal an, da er bereits zum Abschluss der Vorbereitung im Pellenzcup, einem Schnellschachturnier für 4er Mannschaften, am zweiten Brett stark punktete und damit sein Team aufs Treppchen führte. Im ersten Meisterschaftsspiel gewann er ebenfalls am zweiten Brett der Ahrtaler gegen einen stärker eingestuften Gegner souverän und das nach nicht einmal 20 Zügen. „Das war eine wirklich gelungene Partie“, so Thorsten Kammer, der Julian seit einigen Jahren trainiert, „wenn man Julian die Chance zu einem taktischen Schlag gibt, dann nutzt er diese auch“.

Die Bezirksmeisterschaften fanden diesmal wieder in Nickenich statt. „Wenn die Schachfreunde Nickenich als Organisator auftreten, dann ist klar, dass man sich um den Ablauf keine Sorgen machen muss. Die haben es eben drauf“ lobte Kammer.

Nach seiner Einschätzung sollte das Turnier diesmal eine klare Angelegenheit für Julian, dem Spieler mit der höchsten Wertungszahl, werden. Denn sein ärgster Widersacher, der ebenfalls für die Talentschmiede spielende Roman Windscheif, hat die Altersgrenze überschritten und durfte daher nicht mehr antreten. Somit war die Erwartungshaltung klar, es wurde nicht nur der Titel, sondern eine souveräne Titelverteidigung erwartet.

Julian enttäuschte nicht und gewann alle seine Partien. Zum Auftakt musste Julian gegen die starke Nachwuchsspielerin der Schachfreunde Ochtendung Yildiz Göl antreten. Mit den schwarzen Steinen glich Julian schnell aus und nutze den ersten schwachen Zug seiner Gegnerin, um die Weichen auf Sieg zu stellen. „Diese Partie war ein treffendes Beispiel für Julians Schwarzpartien. Er glich schnell aus und nutzte die sich dann bietenden Chancen konsequent“, so Kammer, der teilweise die Partie live verfolgte.

Mit den weißen Steinen spielte der große Favorit geduldig, um ja kein Remis zuzulassen. So gab es in diesen Partien zwar teilweise viele Züge, aber in Remis- oder gar Verlustgefahr geriet Julian nicht. Nach dieser starken Vorstellung kann sich der Schachclub Talentschmiede Ahrtal auf die weiteren Einsätze von Julian in der Mannschaft und auf die Rheinlandmeisterschaften freuen.

Schach-Rheinlandliga: Mit neuem Outfit zum Auftaktsieg

Kreis Ahrweiler. Die neuen Mannschaftstrikots haben Glück gebracht: der SC Talentschmiede Ahrtal startete mit einem Sieg in die neue Saison. Gegen die zweite Mannschaft der Schachgemeinschaft Trier erreichte Ahrtal ein knappes 4,5:3,5.

Schon früh im Wettkampf zeichnete sich ein möglicher Erfolg für die Heimmannschaft ab. Trier konnte statt 8 nur 7 Spieler an die Bretter bringen, so dass Thorsten Kammer nach der vorgeschriebenen Wartezeit von einer Stunde an Brett 4 seinen Sieg vermelden konnte.

Davor hatte bereits Julian Köhler an Brett 2 die Talentschmiede in Führung gebracht, nachdem er seinen übermütigen Gegner auskontern konnte. Nach gut drei Stunden Spielzeit hatte die erste Mannschaft der Ahrtaler den Vorsprung auf 4:1 hochgeschraubt und damit mindestens ein Mannschaftsremis sichergestellt. Zunächst gewann der in der letzten Saison noch in der B-Klasse spielende Christian Wolf an Brett 7 sein Spiel, während die beiden Brettmeister der letzten Saison Luca Häusler und Helmut Bürger an den Brettern 1und 3 mit den schwarzen Steinen jeweils ein Remis erzielten.

Spannend wurde die Partie noch einmal, als Tobias Naumann (Brett 6) seine Stellung nach einem durchaus spielbaren Turmopfer überzog und Ralf Oehrle (Brett 8) seine Partie durch Zeitüberschreitung verloren geben musste, so dass es zu einem zwischenzeitlichen 4:3 kam. An Brett 5 lag es nun an Routinier Jürgen Kaster, noch mit schwarz mindestens einen halben Zähler zu erkämpfen. Aus gedrängter Stellung heraus hatte er sich einen Vorteil erarbeitet, den er zu einem sicheren Remis abwickelte. Damit konnte der Vizemeister des Vorjahres SC TS Ahrtal gegen den Tabellendritten statt eines Unentschiedens einen Sieg einfahren.

Anfang Oktober wartet eine weitere Hercules-Aufgabe auf die Ahrtaler, denn sie müssen auswärts gegen ein bärenstarkes Team von Reil/Kinheim antreten, das seinerseits gegen den SV Mendig-Mayen mit demselben Ergebnis punktete.