Schachmatt dem Virus! – Wettkampf im Zeichen der Neuen Normalität

Schachfreunde Nickenich stellten engagiertes Schachwochenende auf die Beine

Die Schachfreunde Nickenich organsierten Anfang September als einer der ersten Vereine in Deutschland wieder einen Wettkampf im Turnierschach. Unter Corona-Bedingungen fanden das 27. Rhein-Ahr-Mosel-Jugend-Open sowie der 21. Pellenz-Cup für 4er-Teams in der Pellenzhalle Nickenich anders als üblich statt. Wegen rückläufiger Infektionszahlen hatte man sich in Absprache mit der Ortsgemeinde Nickenich und dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz für die Ausrichtung entschieden – ihnen gilt wegen ihres Vertrauens der Dank des gesamten Vereins.

Die Grundlage bildete ein umfangreiches Hygienekonzept, das die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzte, den Bretterabstand festlegte und die Maskenpflicht beim Bewegen im Turniersaal verordnete. Am Brett selbst konnte der Mundschutz jedoch abgelegt werden. In allen Räumen standen Desinfektionsspender bereit. Durch die Einbahnstraßenregelung wurde der Strom der Anwesenden so gelenkt, dass keine Stauungen auftraten. Zur Eindämmung der Aerosolbildung wurde der Turniersaal ausreichend belüftet. Die Bewirtung im Speisesaal und die Nutzung der Sanitäranlagen waren ebenfalls auf das Eckpunkte-Papier abgestimmt. Markierungen zeigten im gesamten Innenbereich an, wo man zu warten hatte. Das gute Wetter spielte den Verantwortlichen zusätzlich in die Karten.

Um den Sicherheitsabstand zu Spielern zu gewährleisten, waren am Boden bestimmte Bereiche markiert, in denen sich die Eltern/Betreuer während der Partien aufhalten durften.

Wie stark und ungebremst die Leidenschaft für Schach war, bewies der Umstand, dass die Voranmeldung bei Erreichen der 100er-Marke geschlossen wurde und Schachfreunde aus der Schweiz und Belgien angereist waren. Nach krankheitsbedingte Absagen saßen 90 Kinder und Jugendliche endlich wieder zurück am Schachbrett. Auch bei den Erwachsenen übertraf die Freude am Sport die Sorge vor dem Virus. Rund 80 Schachspielerinnen und Schachspieler, verteilt auf 19 Teams, maßen sich im fairen Kampf um die Uhr. Trotz der Einschränkungen kam allenthalben knisternde Turnieratmosphäre auf. Schnell gewöhnte man sich an die Regeln der Neuen Normalität und tat das, was man sonst auch getan hätte: Nämlich Schach spielen!

Der Erste Vorsitzende der Schachfreunde Nickenich, Jens Wohde, zeigte sich wie die Gruppenleiter, der Vorstand sowie die zahlreichen Helfer des Orga-Teams, beeindruckt von der guten Moral der Teilnehmer: „Ob Alt oder Jung – alle bewiesen ein Höchstmaß an Disziplin. Verhaltensregeln und Auflagen wurden mustergültig umgesetzt. Der Zeitplan konnte eingehalten werden. Das war vorbildlich.“

Lukas Hesch (Schachfreunde Nickenich) freute sich wieder eine Turnierpartie am Schachbrett spielen zu können.

Den Auftakt machten samstags die Kinder und Jugendlichen aus 38 Vereinen in den Altersklassen U8 bis U18. Um ein Gedränge im Turniersaal zu vermeiden, wurde der Nachwuchs an fixen Treffpunkten von seinen Gruppenleitern abgeholt und nach Bekanntgabe des Spieltisches ans Brett geleitet. Nach dem Ende jeder Partie hoben die Teilnehmer die Hand, um das Ergebnis mitzuteilen – so konnte hektische Betriebsamkeit vermieden werden. Folgende Jugendspieler gewannen in ihren Altersklassen: Michelle Trunz, Godesberger SK (U18); Felix Tiggermann, SF Schöneck (U14); Benjamin Borriss, SG Siebengebirge (U12); Oscar Vranckx, SF Mainz (U10); Lennard Höhler, SK Niederbrechen (U8). Von den Schachfreunden Nickenich traten an: Nick Schrott (U18), Marco Biegel (U18), Lukas Hesch (U18), Alexander Seng (U18), Patrick Remy (U18), Joanis Seng (U14) und Oliver Nolde (U10).

Bei mehr als 1,50m Abstand der Bretter hatten die Spieler großzügigen Platz zum Austragen ihrer Partien.

Sonntags, am Pellenz-Cup beteiligten sich 19 Mannschaften, die den Sieger unter sich ausfochten. Der Godesberger SK führte am Ende des Turniers die Tabelle an. Auf dem zweiten Platz folgte der SC Heimbach-Weis/Neuwied. Dritter wurde der SV Koblenz. Das hohe Niveau des Cups wurde durch die Teilnahme von Bundesligamannschaften und Oberligisten unterstrichen. Das Nickenicher Team, bestehend aus Michael Daumen, Stefan Adam, Guido Hillen, Lukas Hesch und Marco Biegel, konnte sich im guten Mittelfeld platzieren. Wie jedes Jahr rundete ein attraktiver Preisfonds in Höhe von 2500 Euro den Schachtreff an beiden Tagen ab, der in Form von Sachpreisen für alle Teilnehmer ausgeschüttet wurde. Die ausführlichen Ergebnisse und Impressionen sind auf www.schachtreff-nickenich.de abrufbar. Aufgrund der der äußerst positiven Resonanz wird es auch nächstes Jahr, am 4. und 5. September 2021, den traditionsreichen Schachtreff Nickenich geben.

Sonntags, beim Pellenz-Cup für 4er-Teams durften die Erwachsenen an die Schachbretter. Die Mannschaft des SV Mendig-Mayen (links) um Markus Mattern wurde Sieger Bezirkswertung Rhein-Ahr-Mosel.

Fotos: privat

Thorstens Talentschmiede gegen den deutschen Meister

Zum 20-Jährigen Bestehen der Schachabteilung des TC Grafschaft war ein Jubiläums-Simultan an 20 Brettern gegen einen Großmeister geplant. Die Wahl von Jugendtrainer Thorsten Kammer fiel auf Luis Engel. Denn dieser ist mit 17 Jahren der zweitjüngste Großmeister Deutschlands und spielt attraktives Schach, was auch bei der Zielgruppe ankommt. Aber Corona verhinderte nicht nur ein normales Saisonende der zweiten Mannschaft des TC Grafschaft, sondern auch diese Veranstaltung. Doch um das Vorhaben nicht einfach aufzugeben, wurde improvisiert und vereinbart, das Simultan statt im Clubheim des TC Grafschaft online durchzuführen.

„Das ursprünglich geplante Datum passte immer noch in den Terminkalender und ich bin Luis sehr dankbar, dass er es möglich gemacht hat. Denn erst letzte Woche wurde er in Magdeburg der jüngste deutsche Meister aller Zeiten. Da hat sich das Daumen drücken gelohnt“, so Thorsten Kammer, der über seine persönlichen Kontakte zu einigen Großmeistern dieses Event erst ermöglichte. „Es ist für unseren Verein eine große Wertschätzung und für die Nachwuchsarbeit ein sehr gutes Zeichen, dass wir gegen einen so starken Spieler antreten dürfen.“

Der Wettkampf ist schnell erzählt. In einem Uhrensimultan (jeder Spieler bekommt 30 Minuten, aber der Simultanspieler muss diese auf alle Bretter verteilen) spielte Thorstens Talentschmiede zuerst mit Schwarz und dann in der Rückrunde mit Weiß gegen den Großmeister. Gespielt wurde online, das bedeutet, dass die Spieler vor Ihren Bildschirmen auf denen Brett und Figuren abgebildet sind sitzen und ihre Züge über die Maus eingeben. Natürlich gilt auch hier die Schachetikette, das bedeutet im Wesentlichen, dass man nicht cheatet, also sich Hilfe (z.B. von Schachengines) holt. In der Hinrunde agierten für den TCG die amtierende U-10 Bezirksmeisterin Laura Schröder, der Pokalsieger Konrad Langner, Luca Häusler, das Spitzenbrett Jonas Naumann und der mehrfache Bezirksjugendmeister Timo Schröder. Spielertrainer Thorsten ergänzte seine Trainingsgruppe. Er hatte aber genau so wenig Chancen, wie der Rest des Teams. Luis Engel spielte stark und auch sehr schnell, so dass er es schaffte den Druck der Uhr auf die TCG zu übertragen. „Bis dahin fühlte ich mich in der Stellung wohl, aber dann hatte ich einfach zu wenig Zeit“, war an einigen Brettern das Fazit.

In der zweiten Runde wurde die TCG durch Elisa Naumann, ebenfalls amtierende Bezirksmeisterin, verstärkt. Im Gegensatz zur Hinrunde sah es lange so aus, als sollte zumindest Jonas Naumann tatsächlich gute Chancen auf einen Punkt haben. Aber in Zeitnot drehte der deutsche Meister das Blatt, so dass es eine klare Angelegenheit wurde. Luis behielt seine weiße Weste und beeindruckte nicht nur durch sein Spiel, sondern auch durch seine sehr angenehme Art.

Da dieses Simultan für eine Beteiligten eine super Sache war, wurde beschlossen, einen vergleichbaren Wettkampf gegen die gesamte Schachabteilung des TC Grafschaft online durchzuführen. „Vielleicht schaffen wir es ja auch nach der Corona-Krise noch einmal ein Simultan vor Ort durchzuführen, um sich auch persönlich kennen zu lernen. Ich hoffe, dass bleibt nicht nur ein frommer Wunsch“, so Thorsten Kammer. Luis Engel verabschiedete sich mit einer E-Mail-Botschaft in der er sich für die Einladung zum Event und die von Timo Schröder administrierte Technik bedankte. Er hoffe genau wie wir auf ein dann hoffentlich etwas spannenderes Rematch.

Titelbild:

Laura und Timo Schröder gemeinsam gegen den dt. Meister

Schachtreff Nickenich 2020 findet statt! 05.09.2020 + 06.09.2020

Liebe Schachfreunde,

fast wie geplant findet auch in diesem Jahr der Schachtreff Nickenich statt. Wir laden Sie herzlich am 1. Septemberwochenende  nach Nickenich ein, um nach Monaten wieder die Gelegenheit zu nutzen und vis-à-vis ein Schachturnier mitzuspielen. Das Gesundheitsamt und die Ortsgemeinde Nickenich haben dem Hygienekonzept zugestimmt und der Durchführung des Turniers die Freigabe erteilt.

Wir freuen uns, wenn wir am Samstag, 05.09.2020 beim 27. Rhein-Ahr-Mosel Jugend-Open auch Kinder- und Jugendliche Ihres Vereins begrüßen dürfen oder sonntags, 06.09.20 die Erwachsenen beim 21. Pellenz-Cup für 4er Teams. Sie können gerne auch vereinsübergreifende Mannschaften zusammenstellen. Es reisen auch immer Einzelspieler an, so dass wir Ihre Mannschaft am Turniertag vor Ort vervollständigen können.

Ein paar wichtige Punkte gibt es in diesem Jahr zu beachten:

  • für die Teilnehmer wird zwingend eine Voranmeldung vorgeschrieben. Eine Anmeldung am Turniertag ist nicht möglich, da evtl. Warteschlangen zu vermeiden sind. Es erfolgt lediglich eine Registrierung der Anwesenheit vor Ort. Bei der Anmeldung ist die Angabe von Name, Anschrift, Telefonnummer jedes Spielers verpflichtend. Gleiches gilt für Betreuer und Begleitpersonen.
  • Es gibt eine Teilnehmerbegrenzung auf 100 Spieler sowohl für das Rhein-Ahr-Mosel Jugend-Open wie auch für den Pellenz-Cup.
  • Am Schachbrett selbst besteht keine Verpflichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Jedoch innerhalb des Gebäudes während man sich im Spielraum bewegt oder die Toilette aufsucht.
  • Die Mitnahme von Gegenständen ist auf das Notwendige zu reduzieren. Es wird weiterhin preisgünstige Bewirtung der Gäste angeboten.
  • Der Abstand zwischen den Spielern einer Schachpartie und den Spielern einer benachbarten Schachpartie von 1,5 m wird durch entsprechende vorhergehende Anordnung der Tische und der Bretter hergestellt.

Alle aktuellen Informationen unter:

https://schachtreff-nickenich.de/

 

Schachfreunde Ochtendung setzen Vereinsabende virtuell fort

Pflichtbewusst und weisungsgemäß verzichten auch die Vereinsmitglieder des Ochtendunger Schachvereins auf jegliche Treffen. Trotz der Möglichkeit im heimischen Wohnzimmer auch die eine oder andere Partie austragen zu können, sind sich alle einig, dass dies in diesen Zeiten kein richtiges Zeichen setzen würde. Dennoch bietet Schach im Gegensatz zu vielen anderen Sportarten auch die Möglichkeit in diesen Zeiten nicht ganz ohne das eigene Hobby auskommen zu müssen. Neben Youtube-Videos über alle Aspekte des Spiels, der lange liegen gebliebenen Schachlektüre die endlich das eigene Spiel verbessern darf, Fernschachpartien z. B. per Mail aber auch per Videotelefonie und den Berichten über das aktuell noch stattfindende Kandidatenturnier gibt es zahlreiche Plattformen für das gemeinsame Spiel im Netz.

Und so haben sich bereits am 18.3. die ersten 6 Schachfreunde beim kostenlosen Anbieter Lichess.org eingefunden und sich zusammenorganisiert um ein paar Partien gegeneinander zu spielen. Neben der dortigen Chatfunktion, mit der man sich während des Spiels austauschen kann, kann man dort auch die Spiele der anderen verfolgen und ein privater Chatserver eines Vereinsmitgliedes auf dem sich alle gemeinsam unterhalten können rundet das Ganze ab. Alles was es dazu braucht ist der Benutzername der anderen Mitglieder zur Kontaktaufnahme und um eine Herausforderung im Kampf um den gegnerischen König aussprechen zu können.

Ein wenig Normalität ist es dann doch, wenn man am gewohnten Vereinsabend ein paar Stunden physisch getrennt aber in der virtuellen Welt eben doch gemeinsamen die eigene Leidenschaft ausleben kann. Zusätzlich erlauben Angebote wie Lichess.org, chess24.com, schacharena.de aber auch viele andere auch das Spielen von Turnieren und belasten dabei die ohnehin schon oft gut ausgelastete Internetverbindung kaum – so können die restlichen Familienmitglieder sogar weiter Videos streamen, ohne dass es zu Konflikten kommt.

Außerhalb von Krisenzeiten – also hoffentlich bald – findet der Vereinsabend wieder mittwochs in Ochtendung gemeinsam statt. Ob es dann einen zusätzlichen Onlinevereinsabend, vielleicht auch mit den anderen Vereinen aus der Region geben wird, wird sich zeigen. Bis dahin laden wir alle interessierten herzlich ein es uns gleich zu tun und die viele Zeit mit dem Spiel der Könige angenehmer zu gestalten und gleichzeitig auch noch was für den Kopf zu tun.

Relaunch Sbram.info

Das war ungeplant. Mitte Februar wurde die Webseite Opfer eines automatisierten Angriffs auf eine Schwachstelle innerhalb eines WordPressplugins, weswegen hier aktuell noch einige Wiederherstellungsarbeiten notwendig sind. Erste Inhalte sind bereits wieder verfügbar und die News werden in den nächsten Tagen soweit möglich nachziehen. Personenbezogene Daten sind nicht abgeflossen oder anderweitig Dritten zugänglich gewesen – zum Einen weil die Seite neben minimalen Cookies und den zur Nutzung und Bereitstellung der Webseite notwendigen Logdaten keine Daten erhebt und zum Anderen weil der Angriff lediglich die Datenbankeinträge löschen aber keine Berechtigungen oder Daten übernehmen konnte.

11. Jugendschachturnier in Ochtendung am 14.3.2020 -abgesagt

Das 11. Ochtendunger Jugendschachturnier findet am 14. März 2020 ab 11 Uhr in der großen Kulturhalle Ochtendung statt.

Es werden Schnellschachpartien mit 15 Minuten Bedenkzeit je Spieler ausgetragen.

Die Altersklassen U8 und U10 spielen fünf Runden, die Altersklassen U12 bis U18 spielen sieben Runden im Schweizer System.

Jeder Teilnehmer erhält eine Medaille und einen Sachpreis. Die drei Besten jeder Altersklasse bekommen einen Pokal überreicht.

Das Startgeld beträgt 5€ bei Voranmeldung und 8€ für Nachmeldungen am Turniertag.

Um Voranmeldung wird gebeten.

Alle weiteren Informationen und die Anmeldung unter:

Absage: Das 11. Ochtendunger Jugendschachturnier am 14. März 2020 fällt aus!

Bezirksjugendeinzelmeisterschaft 2019 ist beendet.

Hallo liebe Schachfreunde.
In den letzten zwei Wochen haben 15 Jugendliche aus 5 Vereinen stark gegeneinander gekämpft und es wurden alle Meistertitel der jeweiligen Altersklassen ausgespielt. Im Anhang finden sie die Abschlusstabelle des Turniers.

In der Altersklasse U 10 siegte Laura Schröder vom TC Grafschaft.
In der Alterklasse U 12 siegte Fabian Wannemacher vom SF Nickenich.
In der Alterklasse U 14 siegte mit 0,5 Punkten Vorspung Fynn Schneider vom SF Ochtendung vor Joanis Seng vom SF Nickenich, dritter wurde Till Seifert vom SF Ochtendung.
In der Alterklasse U 16 war der Verlauf sehr spannend, trotzdem reichte der normale Spielplan nicht und der Meister musste durch Schnellschach Partien entschieden werden. Am Schluss gingen die ersten drei Plätze an die Jugendlichen des SF Nickenich, Lukas Hesch, Marco Biegel und Alexander Seng.
In der Altersklasse U 18 musste ebenfalls ein Stichkampf ausgetragen werden. Diesen konnte Felix Rösch vom SV Urmitz für sich entscheiden, vor Timo Schröder vom TC Grafschaft.

Ich bedanke mich bei allen Helfern, Eltern und Betreuern für die angenehme gemeinsame Arbeit.

Mit freundlichen Grüßen
Sergej Hofmann
Jugendleiter

Laurentius Cup 2019

Am Mendiger-Kirmessonntag den 11. August trafen sich ein paar Enthusiasten des königlichen Spiels, um den Sieger des traditionellen Schnellschachturniers Laurentius-Cup zu ermitteln. Die Regeln sind mit Ausnahme der verkürzten Bedenkzeit von 15 Minuten pro Spieler pro Partie Schach-üblich, das Ambiente ist es jedoch nicht. Es wird nicht in einem ruhigen Saal, sondern mitten auf der Kirmes vor großem Publikum gespielt. Das erfordert eine etwas andere Herangehensweise, denn an das Open-Air Gefühl muss man sich gewöhnen. Selbst Kleinigkeiten wie der Brettwahl, die im Gegensatz zum Fußball sonst keine Rolle spielt, kommt eine größere Bedeutung gleich der Platzwahl zu, da es schon einen Unterschied macht, ob man mit oder gegen die Sonne spielt.

Die Teilnehmerzahl war mit acht Interessenten überschaubar, aber das Teilnehmerfeld war qualitativ gut besetzt. So nahmen neben dem amtieren Seniorenmeister des Rheinlandes Valeri Melnikov mit dem Grafschafter Thorsten Kammer auch der amtierende Bezirks-Vizeblitzmeister des Schachbezirks sowie Spieler aus der Bezirksklasseteil, mit Jens Wohde und Stefan Adam hatten sogar zwei Spieler 2. RLP Liga Nord den Weg nach Obermendig gefunden.

Bis zur Mittagspause nach den ersten vier Runden hatten sich zwei Spieler ein wenig vom Feld abgesetzt. Valeri Melnikov hatte außer einem Remis gegen Nickenicher Stefan Adams seine Spiele gewonnen. Thorsten Kammer hatte sogar eine komplett weiße Weste.

Nach der Pause schieden leider die zwei Letztplatzierten aus, so dass es zu vielen „Freipunkten“ kam. Das entscheidende Match war dann das Aufeinandertreffen der beiden Führenden Valeri Melnikov und Thorsten Kammer, der die schwarzen Steine führte. Nach hartem Kampf konnte Thorsten Kammer den vollen Punkt erobern. Damit war Grafschafter bereits zwei Runden vor Schluss nicht mehr einzuholen. In der Schlussrunde ereilte aber auch ihn eine Niederlage gegen Jens Wohde, der zuvor überraschend gegen den stark aufspielenden Jugendlichen Finn Meurer (Gewinner des Jugendpreises) verloren hatte. Jens beendete das Turnier als Zweiter, vor seinem Vereinskollegen Stefan Adam.
„Mir scheinen diese Events der etwas anderen Art zu liegen“ kommentierte Thorsten Kammer seinen verdienten Erfolg. „Schade war nur, dass diesmal so wenig Spieler an diesem besonderen Turnier, das SV Mendig-Mayen super organisiert hat, teilgenommen haben.“

Stand nach der 7. Runde:

Rang Teilnehmer TWZ Verein/Ort S R V Punkte SoBerg Siege
1. Kammer,Thorsten 1977 TC Grafschaft 6 0 1 6.0 16.50 6
2. Wohde,Jens 2002 SF Nickenich 5 1 1 5.5 16.00 5
3. Adam,Stefan 1910 SF Nickenich 4 2 1 5.0 12.00 4
4. Melnikov,Valeri 1866 VfR-SC Koblenz 4 1 2 4.5 9.50 4
5. Meurer,Finn 1508 SV Mayen 4 0 3 4.0 8.50 4
6. Hesch,Lukas 1421 SF Nickenich 2 0 5 2.0 1.00 2
7. Kohlei,Rolf 2053 SV Mayen 1 0 6 1.0 0.00 1
8. Rancic,Branimir 1480 SC Kruft 0 0 7 0.0 0.00 0

Erneute Meisterschaft in der B-Klasse unter Dach und Fach gebracht

In der zentralen Endrunde, die wie im letzten Jahr hervorragend von den Schachfreunden Ochtendung ausgerichtet wurde, war alles angerichtet für den großen Show-down in der B-Klasse des Schachbezirks Rhein-Ahr-Mosel.

Die zweite Mannschaft des TC Grafschaft traf auf eine sehr motivierte Mannschaft Ochtendung III, die es sich als überraschender Tabellenzweiter zum Ziel gesetzt hatte, dem Tabellenführer zu trotzen, um selbst noch Meister zu werden. Ein Unentschieden, soviel war klar, würde den Grafschaftern allerdings zum erneuten Titelgewinn reichen.

Während die meisten Begegnungen schon früh beendet waren, war in der Spitzenpartie noch keine Entscheidung gefallen. Die erste Entscheidung fiel an Brett 4. Konrad Langner erlangte, nach einer von beiden Seiten skurril geführten Eröffnung, durch die Unachtsamkeit seines Gegners Leon Barz ein klares materielles Übergewicht, tat sich aber zwischendurch mit der Realisierung schwer. Letztendlich machte es jedoch wenig, dass er zwischendurch Material zurückgeben musste, dafür aber sicher Matt setzte.

Nach dieser Führung konnte sich Spielertrainer Thorsten Kammer erst einmal zurücklehnen, hatte er doch inzwischen gegen den Topscorer der Liga Nikita Hess eine technische Gewinnstellung erreicht. „Es war zum ersten Mal so, dass Druck auf uns lastete. Denn wer in die letzte Runde als Tabellenführer geht, der will auch Meister werden. Das sich in der Entscheidungsrunde viel noch ändern kann haben wir letztes Jahr gesehen, wo wir als Tabellendritter den Führenden im direkten Duell noch überholten.“ Ein paar Züge später hatte Thorsten Kammer wie erwartet dank Matt das 2:0 erzielt und damit die Meisterschaft für das Team Grafschaft II gesichert.

Die eigene Partie und damit den Mannschaftskampf siegreich zu gestalten, ließ sich Spitzenbrett Timo Schröder nicht nehmen. Anfangs noch mit denselben Eröffnungszügen wie an Brett 3, verblüffte der Bezirksjugendmeister seinem Gegner Niklas Roth immer wieder mit Materialopfern, die schlussendlich zum Sieg umgemünzt wurden. „Das war in einigen Partiephasen für die Galerie gespielt“ lobte der Grafschafter Spielertrainer. „Timo hat heute wie die gesamte Saison gezeigt, dass er am Spitzenbrett richtig eingesetzt ist“.

Die letzte Partie war leider eine Niederlage an Brett 3, wo Elisa Naumann zwar gut aus der Eröffnung herauskam, dann aber eine Springergabel übersah. Diesen kleinen Vorsprung baute ihr Opponent Aljoscha Böhm immer weiter aus, so dass Elisa schließlich die Waffen strecken musste. „Das war schade, aber es wird ihre gute Saison nicht kaputtmachen. Elisa hat sich stabilisiert, so dass ich davon ausgehe, dass sie sich weiter steigern wird“.

Text: Thorsten Kammer
Foto: Kathrin Bast „Das erfolgreiche Team mit (von links) Timo Schröder, Spielertrainer Thorsten Kammer, Elisa Naumann Konrad Langner.“